manager magazin 7/2018: ThyssenKrupp soll höheren Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel bekommen

Diskussion über Aufstockung des Kapitalanteils auf 55 Prozent / Kniff für Entlastung der ThyssenKrupp-Bilanz

ThyssenKrupp wird voraussichtlich mehr Aktien an dem geplanten gemeinschaftlichen Stahlunternehmen mit Tata Steel Europe erhalten als ursprünglich verabredet. Konkret könnte der Kapitalanteil des Essener Konzerns von 50 Prozent auf 55 Prozent erhöht werden, schreibt das manager magazin in der kommenden Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. Juni). Entsprechende Verhandlungen zwischen den beiden Partnern liefen bereits.

Hintergrund ist die in den vergangenen beiden Quartalen gesunkene Ertragskraft von Tata Steel Europe. Dadurch ist eine Wertlücke entstanden, die derzeit auf 500 bis 600 Millionen Euro beziffert wird.

Der indische Mutterkonzern Tata würde demnach nur noch 45 Prozent des Kapitals an der künftigen Stahlfirma ThyssenKrupp Tata Steel halten. Bei den Stimmrechten soll es dem Bericht zufolge jedoch bei dem Gleichstand von je 50 Prozent bleiben, wie in der Absichtserklärung in vergangenen September vorgesehen. Deshalb könnte ThyssenKrupp das schwankende Stahlgeschäft weiterhin wie geplant aus der Konzernbilanz nehmen.

Bislang war lediglich vorgesehen, Größenunterschiede und abweichende Ertragskraft der beiden Fusionspartner durch den Übertrag von Schulden und Pensionslasten auf die neue Gesellschaft auszugleichen. Die Deutschen sollen 4 Milliarden Euro Schulden auf dem Gemeinschaftsunternehmen abladen können, Tata 2,5 Milliarden Euro.


Autor: Thomas Werres
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Hamburg, 21. Juni 2018

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