manager magazin 11/2017: Ritter Sport will Umsatz massiv ausbauen

Schokoladenhersteller will sich international durchsetzen – Ertragslage bleibt angespannt

Der schwäbische Schokoladenhersteller Ritter Sport will seine Erlöse massiv steigern. Unter dem internen Arbeitstitel „Schokolade 2025“ peilt das Unternehmen eine Steigerung des Umsatzes um 50 Prozent auf über 750 Millionen Euro an, wie Geschäftsführer Andreas Ronken (50) dem manager magazin sagte (Erscheinungstermin: 20. Oktober). Resultieren soll das Wachstum vor allem aus dem Auslandsgeschäft, das aktuell für rund 40 Prozent der Erlöse steht. Langfristig seien sogar Werke in China, den USA und Russland geplant, so Ronken weiter.

Zudem arbeitet Ritter an der Verjüngung der Marke. Mit der über soziale Medien vermarkteten „Einhorn-Schokolade“ hatte das Unternehmen jüngst für einen Hype gesorgt. Im nächsten Jahr sollen die Experimente in einer Digital-Agenda münden.

Schwierig ist allerdings das laufende Geschäft. Im Vorjahr sank der Absatz leicht, der Umsatz stagnierte bei 487 Millionen Euro. Immerhin soll die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen sein. Ritter verdient seit Jahren kaum Geld, seit 2014 schrieb das Unternehmen sogar Verluste. Im laufenden Geschäftsjahr sieht es bisher nicht wesentlich besser aus. Wie Geschäftsführer Ronken einräumt, liegt Ritter derzeit unter Plan und rechnet aktuell mit einem geringfügigen Umsatzplus von 1 bis 2 Prozent.

„Für uns sind die langfristigen Ziele entscheidend, dafür investieren wir eine Menge“, sagt Ronken. Der Rückhalt der Familie ist ihm gewiss. Alfred Ritter (64) und seine Schwester, die Juristin Martha Luise Hoppe-Ritter (69), kontrollieren das Unternehmen gemeinsam mit einem Steuerberater aus dem Beirat. Jüngst haben sie ihre Anteile in der neugegründeten R2 Holding gebündelt. An der Gesellschaft sind auch ihre fünf Nachkommen beteiligt.


Autor: Martin Mehringer
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Hamburg, 21. Oktober 2017

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