manager magazin 1/2018: Bogner geht gegen Ex-Chef Alexander Wirth vor

Aufsichtsrat des Sportmodeherstellers leitet juristische Untersuchungen ein

Der Sportmodehersteller Bogner prüft, ob der inzwischen gekündigte Vorstandschef Alexander Wirth gegen seinen Arbeitsvertrag verstoßen hat. Dies berichtet das manager magazin in seiner jüngsten Ausgabe (Erscheinungstermin: 15. Dezember) unter Berufung auf Insider. Der Aufsichtsrat lasse nun juristisch checken, ob Wirth seiner Fußballleidenschaft auf Kosten des Münchner Unternehmens nachgegangen sei. Konkret gehe es unter anderem um das Mieten einer Lounge in der Allianz Arena des FC Bayern München und Flüge zu Auswärtsspielen des Vereins. Ein Vertrag Wirths mit dem Ex-Bayern-Star Thomas Helmer könnte ebenfalls problematisch werden. Der Sportmoderator soll als „Testimonial-Werbeträger“ bis 2019 jährlich 90 000 Euro plus Umsatzsteuer von Bogner erhalten. Wirths Arbeitsvertrag sieht aber vor, dass er außerhalb des genehmigten Budgets keine Investitionen von mehr als 50 000 Euro vornehmen darf.

Auch der von Wirth vorgelegte Jahresabschluss 2016/17 soll nach Informationen des manager magazins noch einmal vom Wirtschaftsprüfer unter die Lupe genommen werden. Der Aufsichtsrat will prüfen lassen, ob Wirth den Umsatz des Labels mit unseriösen Maßnahmen auf Wachstum getrimmt hat. Sollten sich die Anhaltspunkte bestätigen, könnten die Aufseher den Ende November unterzeichneten Auflösungsvertrag wohl in eine fristlose Kündigung umwandeln. Dann müsste Bogner Wirth nicht bis Sommer 2019 das CEO-Gehalt von rund einer halben Million Euro pro Jahr zahlen. Weder das Unternehmen noch dessen Ex-Chef wollten gegenüber manager magazin zu den Vorwürfen Stellung nehmen.


Autorin: Eva Müller
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Hamburg, 14. Dezember 2017

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