manager magazin 10/2017: Adidas-Chef gibt Reebok eine Atempause

Interview mit CEO Rorsted: „Ein Branchenwechsel macht uns wieder etwas demütig“

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted (55) will die schwächelnde Konzernmarke Reebok mindestens bis Ende kommenden Jahres behalten. Auf die Frage, ob Reebok Ende 2018 noch zu Adidas gehören werde, sagte Rorsted im Interview mit dem manager magazin: „Davon gehe ich absolut aus.“ Das Gespräch findet sich in der neuen mm-Ausgabe (Erscheinungsdatum 22. September).

Reebok ist eine der wenigen Baustellen beim ansonsten boomenden Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach. Ex-Henkel-Chef Rorsted, der Adidas seit einem Jahr führt, hat angekündigt, Konzernteile abzustoßen, wenn sie keine Gewinne schreiben. Mehrere defizitäre Submarken für Golf und Eishockey hat er schon verkauft. Reebok gilt ebenfalls als defizitär.

Von seinen Managern erwartet Rorsted, dass sie stärker auf Profitabilität Wert legen. Deshalb hat er deren Vergütung umgestellt und stärker an die „earnings per share“ gekoppelt. Adidas müsse „darauf achten, nicht deutlich weniger zu verdienen“ als seine Mitbewerber. Während Weltmarktführer Nike eine operative Marge von fast 14 Prozent schafft, ist es bei Adidas nur gut die Hälfte. 2020 will Rorsted etwa 11 Prozent erreichen.

Seinen Kollegen in den Vorständen großer deutscher Konzerne rät der Däne, auch mal die Branche zu wechseln, um sich wieder zu erden: „Ein Branchenwechsel macht einen wieder etwas demütig.“ Auch er habe nach vielen Jahren bei Henkel dazu geneigt, „vieles besser zu wissen“. Rorsted begann seine Karriere in der IT-Industrie bei Compaq und Hewlett-Packard, ehe er 2005 Vorstand bei Henkel wurde.

Seinen neuen Job als Adidas-Chef sei für ihn „pure Leidenschaft“: Rorsted sieht sich derzeit als „Deutschlands glücklichsten CEO“.

Autor: Christoph Neßhöver

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Hamburg, 22. September 2017

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