manager magazin 5/2018: Nur Männerkunst erzielt Spitzenpreise

Keine Frau unter den Top 50 der gefragtesten Maler im mm-Kunstindex von Ökonom Roman Kräussl – Bilder von Frauen sind bei Auktionen nur die Hälfte wert

Das Spitzensegment des Kunstmarkts ist ein Herrenklub. Unter den 50 gefragtesten Künstlern nach Auktionsumsatz 2017 befindet sich keine einzige Künstlerin, zeigt der mm-Kunstindex, den Ökonom Roman Kräussl von der Luxembourg School of Finance exklusiv für das neue manager magazin erstellt hat (Erscheinungstermin: 20. April). „Frauen sind außen vor im Topsegment des Markts, in das 80 Prozent des Geldes fließen“, sagt Kräussl, der auch an der Stanford University lehrt. Im Ranking führen Leonardo da Vinci (Umsatz 2017: 450 Millionen Dollar), Pablo Picasso (415 Millionen Dollar) und Jean-Michel Basquiat (335 Millionen Dollar). Die gefragteste Malerin ist die abstrakte Expressionistin Joan Mitchell auf Rang 51 (31 Millionen Dollar). „Kunst von Frauen erzielt bei Auktionen im Durchschnitt nur halb so hohe Preise wie Werke von Männern“, sagt Kräussl mit Verweis auf eine von ihm mitverfasste Studie zum Auktionsmarkt.

Die Abwesenheit von Frauen lässt sich nur zum Teil damit erklären, dass sie erst im 20. Jahrhundert vollen Zugang zu den Akademien bekamen. Selbst unter den Top 20 der nach 1950 geborenen Künstler finden sich nur drei Frauen: Marlene Dumas (17 Millionen Dollar, Gesamtrang 109), Cecily Brown (15 Millionen Dollar, Gesamtrang 116) und Njideka Akunyily Crosby (10 Millionen Dollar, Gesamtrang 170). Ökonom Kräussl hat die weltweit umfangreichsten Preisindizes für den Kunstmarkt entwickelt. Als Grundlage dienen Daten von mehr als 700 Auktionshäusern, insgesamt über fünf Millionen Verkäufe.


Autor des mm-Kunstindex: Roman Kräussl
E-Mail: roman.kraussl@uni.lu

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Hamburg, 22. April 2018

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