manager magazin 8/2017: Insolventem Küchenhersteller Alno droht Machtkampf

Gläubiger fordern Ausstieg der Familie Hastor – Ex-CEO Müller kassierte Finder’s Fee

Dem insolventen Küchenhersteller Alno droht ein Machtkampf. Großgläubiger wie der Haushaltsgerätehersteller Whirlpool fordern einen Neuanfang ohne Beteiligung der umstrittenen Unternehmerfamilie Hastor. Wie das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet (Erscheinungstermin: 21. Juli), gibt es zudem Streit um die Auswahl der Sachverwalter. So gelten in Gläubigerkreisen Stefan Denkhaus, ein Hamburger Anwalt, mit Verbindung zur Familie Hastor, sowie dessen früherer Kanzleikollege Andreas Ziegenhagen als befangen.

Das Amtsgericht Hechingen, das vergangene Woche den Antrag auf Sanierung in Eigenregie genehmigte, hat Ziegenhagen als Chief Restructuring Officer eingesetzt, Denkhaus ist beratend an Bord. Der per Gegenantrag vorgeschlagene Insolvenzexperte Detlef Specovius kam nicht zum Zug. Nun prüfen verärgerte Gläubiger weitere Schritte.

Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin und die Staatsanwaltschaft Hechingen prüfen, ob es Gesetzesverstöße im Zusammenhang mit der Insolvenz gab.

Auf Interesse könnte dabei auch ein lukratives Nebengeschäft von Ex-CEO Max Müller stoßen. Für die Vermittlung der bosnischstämmigen Familie an den damals noch von ihm geleiteten Konzern hat der Schweizer eine Finder’s Fee in Höhe von 850 000 Euro kassiert.


Autor: Martin Mehringer
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Hamburg, 20. Juli 2017

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