manager magazin: Automatisiertes Fahren - Fraunhofer-Chef fordert Server an Autobahnen

"Übertragungsgeschwindigkeit von Daten ist Riesen-Herausforderung" / Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, warnt vor technischen Hürden

Deutschlands wichtigster Wissenschaftler für angewandte Forschung sieht noch eine Menge technischer Hürden, bevor Autos ohne Zutun des Fahrers auf Straßen fahren können. "Für das automatisierte Fahren brauchen wir ein Netz von kleinen Sub-Servern entlang der Autobahnen", erklärte Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, in einem Gespräch mit der Online-Ausgabe von manager magazin.

Neugebauer begründet seine Forderung mit der Geschwindigkeit, mit der Daten zwischen fahrenden Autos ausgetauscht werden müssen. Derzeit benötige man im Bestfall etwa zehn Millisekunden, notwendig sei eine Reaktionszeit von einer Millisekunde. Denn das entspreche der Reaktionszeit des schnellsten menschlichen Sinnes. Wenn der Mensch das Steuer wieder übernehmen wolle, müsse er sich "mindestens mit seiner schnellsten Geschwindigkeit ins System einbringen können". Datenübertragungen müssen deshalb um ein Vielfaches schneller werden. "Das ist eine Riesen-Herausforderung, in der wir im Rahmen der Entwicklung von 5G-Mobilfunknetzen arbeiten."

Allerdings sei die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten physikalisch begrenzt, so der Wissenschaftler. Deshalb brauche man für das automatisierte Fahren "eigentlich ein Netz von kleinen Sub-Servern entlang der Autobahnen". Dort müssten dann lokale Informationen abgelegt sein, etwa über Unfälle in ein paar Kilometern Entfernung oder eine Verkehrsschildänderung hinter der nächsten Kurve. Dennoch geht Neugebauer davon aus, dass diese Probleme in den kommenden Jahren lösbar sind. Der Durchbruch für das automatisierte Fahren werde "auf breiter Front ab dem Jahr 2030" kommen, meint Neugebauer.

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Hamburg, 3. Februar 2017

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